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City Co-Creation Lab im Wassermann

Die Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda (WH) stellt nach dem Umbau einer Gewerbeeinheit moderne Räume für das künftige „City Co-Creation Lab“ zur Verfügung – ein gemeinsames Kontaktbüro der Stadt Hoyerswerda, der Technischen Universität (TU) Dresden und der Fahrzeugsystemdaten GmbH, Dresden/ Radeberg. Damit wird ein Anlaufpunkt für Bürgerinnen und Bürger geschaffen, die sich über das zum 01. April 2023 gestartete Verbundprojekt „SivaS – Sicherheit des vernetzten und automatisierten Straßenverkehrs“ (zur offiziellen Pressemitteilung der TU Dresden) sowie über das in Planung befindliche „Smart Mobility Lab“ in Schwarzkollm informieren und in verschiedenen Formaten beteiligen wollen. Dazu sagt Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh: „Forschung und Wissenschaft schaffen wesentliche Voraussetzungen für Lebensqualität und Wohlstand in Hoyerswerda. Forschungsprojekte wie SivaS geben wichtige Impulse an unsere Strukturen vor Ort und leisten so einen nachhaltigen Beitrag für einen gelingenden Wandel in Hoyerswerda. Auch mit seiner überregionalen Strahlkraft zahlt SivaS auf alle anderen Aktivitäten in der Stadt ein. Dass sich das City Co-Creation Lab nun ausgerechnet im Herzen der Neustadt ansiedelt, ist für uns in vielfacher Hinsicht ein Gewinn.“ Mit den geplanten Aktivitäten im City Co-Creation Lab zieht wieder Leben an einem Ort ein, der einem Teil der Stadtgesellschaft sicher aus anderen Zeiten in Erinnerung ist:

Dr. Ing e.h. Jürgen Bönninger (Vorsitzender des technischen Beirates der FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH), Prof. Regine Gerike (Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik an der TU Dresden), Prof. Günther Prokop (Professur für Kraftfahrzeugtechnik an der TU Dresden), Steffen Markgraf (Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft mbH Hoyerswerda) und Hoyerswerdas Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh bei der offiziellen Schlüsselübergabe. Foto: Stadt Hoyerswerda

Die 1980er-Jahre waren in Hoyerswerda eine spannende Zeit. Die Stadt expandierte, das Leben pulsierte. 1981 entstand mit dem Bau eines weiteren Hochhauses „Am Ehrenhain“ zusätzlich zum Wohnraum eine Ladenzeile. Eine Vielfalt von Geschäften säumte den Weg, vom Obst-Gemüse-Feinkostladen, dem Delikat-Laden über das Restaurant zum Wassermann bis hin zur Mokka-Milch-Eisbar. Es herrschte ein reges Treiben.

Die intensiven Mühen der WH in den letzten 20 Jahren waren geprägt davon, die Auslastung der Gewerberäume zu sichern. Die anspruchsvollste Nachnutzung war dabei eine Räumlichkeit, welche von außen kaum einsehbar gewesen ist. Nur Insider wissen, was sich hinter den drei Bleiglasfenstern verbarg. „Der Strukturwandel ist ein wichtiger Lichtblick auch für unsere WH“, so Geschäftsführer Steffen Markgraf, „nach mehr als 15 Jahren Leerstand der ehemaligen Gaststätte „Zum Wassermann“ konnten wir im neuen Wandel mit der Stadt Hoyerswerda einen zuverlässigen Partner finden. Ein Gastronomiebetreiber ist es dabei nicht geworden, mit dem künftigen City Co-Creation Lab freuen wir uns, einen Vorreiter für die zukunftsweisende Forschung für Hoyerswerda gewinnen zu können.“ Weiter berichtet Herr Markgraf, „der Umbau der Gewerbeeinheit beschäftigte uns vom vergangenen November bis Ende März dieses Jahres. Umfangreiche Arbeiten, von der Entkernung/Abriss, dem Einbau einer Zwischenwand und -decke, neuen WC-Anlagen und neuer Elektrik, bis hin zu neuen Fenstern und Türen und dem Einbau einer kleinen Küche. Für das Rund-um-Sorglospaket investierte unser WH ca. 75.000 €.“ Ein besonderes Detail konnte Herr Markgraf mit einem Augenzwinkern den neuen Mietern zeigen, „als Erinnerung im Wandel der Zeit haben wir ein Bleiglasfenster im neuen Büro als Dekorationselement verwendet. In jeder Zeit gilt es Gutes zu bewahren und dabei den notwendigen Wandel nicht zu verpassen.“

Nun, in den 2020er-Jahren ist es wieder eine spannende Zeit. Die Talsohle ist durchschritten und zukunftsweisende Projekte erfassen die Stadtgesellschaft: Für Hoyerswerda bietet das Forschungsprojekt SivaS auch die einmalige Chance, verbesserte Informationen für die aktuelle und zukünftige städtische Verkehrsplanung zu erhalten. Im Stadtgebiet sollen Daten über das Fahrverhalten, Interaktionen zwischen Verkehrsteilnehmenden und dem Zustandekommen kritischer Verkehrssituationen erhoben werden. Diese ermöglichen Rückschlüsse auf Sicherheitskriterien für automatisierte Fahrzeuge – eine wichtige Grundlage für die Mobilität der Zukunft. Die erhobenen Daten und ihre Zusammenhänge werden im City Co-Creation Lab dargestellt. Zwei Professuren der TU Dresden, nämlich die Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik unter Leitung von Prof. Regine Gerike und die Professur für Kraftfahrzeugtechnik unter Leitung von Prof. Günther Prokop sind im Projekt vertreten. Das Projekt SivaS hat ein Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro. Es wird im Rahmen der Innovationsinitiative mFUND zu 80 Prozent durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.

Zahlen, Daten, Fakten zum mFUND-Projekt SivaS:

VerbundkoordinatorTechnische Universität Dresden
Projektvolumen1,8 Millionen Euro, davon 80 Prozent Förderung über die Innovationsinitiative mFUND des Bundesministerium für digitales und Verkehr (BMDV)
Projektlaufzeit04/2023 – 12/2024
Projektpartner> Technische Universität Dresden:
* Professur für Kraftfahrzeugtechnik
* Professur für Integrierte Verkehrsplanung und Straßenverkehrstechnik
> FSD Fahrzeugsystemdaten GmbH Dresden/Radeberg
> Stadt Hoyerswerda