In Schwarzkollm wächst gerade etwas. Auf dem Gelände des künftigen Smart Mobility Lab der TU Dresden entsteht ein Ort, der sich eine ungewöhnliche Frage zur Aufgabe gemacht hat: Wie macht man Mobilität sicher, wenn das Fahrzeug selbst entscheidet?
Ein zentrales Highlight des Forschungsstandorts soll SCART sein. Diese Abkürzung steht für Safety of connected and automated road traffic und bedeutet übersetzt Sicherheit im vernetzten und automatisierten Straßenverkehr. Dabei handelt es sich um ein Forschungsfeld, dass sich zum Ziel gesetzt hat, eine neutrale europäische Instanz zu schaffen, die automatisierte Fahrzeuge wissenschaftlich prüft, bewertet und zulässt. Nicht nach Herstellerlogik. Nicht nach nationalen Einzelregelungen. Sondern auf Basis fundierter Methoden, die Sicherheit im vernetzten Verkehr nachvollziehbar machen.
Am Montag stellten Prof. Dr.-Ing. Günther Prokop, Sprecher des Smart Mobility Lab, und Tobias Zschieschick, Koordinator des Smart Mobility Lab, das Projekt im Alten Rathaus Hoyerswerda vor. Oberbürgermeister Torsten Ruban-Zeh und Bautzens Landrat Udo Witschas erfuhren dabei, wo das Projekt gerade steht und warum der Standort Schwarzkollm für dieses Vorhaben so wichtig ist.

Was SCART besonders macht, ist seine geplante Infrastruktur. Im Smart Mobility Lab sollen Prüfumgebungen entstehen, die virtuelle Simulation, reale Testverfahren und hybride Szenarien miteinander verbinden. Verkehrssituationen könnten sich damit so realitätsnah abbilden lassen, dass Sicherheitsbewertungen nicht nur technisch valide, sondern auch transparent nachvollziehbar werden. Das klingt nach Laborarbeit. Es ist tatsächlich Grundlagenforschung für das, was in wenigen Jahren auf europäischen Straßen fahren soll.
Der Hintergrund: Moderne Fahrzeuge sind längst keine rein mechanischen Systeme mehr. Sie kommunizieren, sie reagieren, sie lernen. Sicherheit entsteht dabei aus dem Zusammenspiel digitaler Systeme. Wer prüft, ob dieses Zusammenspiel verlässlich ist? SCART entwickelt dafür die wissenschaftliche Sprache.
Für Hoyerswerda und die Lausitz wäre das mehr als ein Forschungsstandort. Ein Ort, an dem Wissenschaft, Industrie und neue Unternehmen an denselben Fragen arbeiten. Ob und wie weit dieser Plan Wirklichkeit wird, hängt von Förderungen, politischer Unterstützung und tragfähigen Kooperationsmodellen ab. Der Wille ist da. Erste Partner auch. Und in Schwarzkollm wächst bereits etwas Großes.