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Wärmewende in Hoyerswerda: Wie die städtische Wärmeversorgung neu gedacht wird

Die Stadt Hoyerswerda hat eine zentrale Entscheidung für ihre Energiezukunft getroffen. Der Stadtrat beschloss im Februar mehrheitlich die Kommunale Wärmeplanung und verabschiedete den entsprechenden Endbericht. Hintergrund ist das absehbare Ende der Fernwärmelieferungen aus Schwarze Pumpe Anfang der 2030er-Jahre. Damit endet ein Kapitel der Wärmeversorgung, das die Stadt über Jahrzehnte geprägt hat.

Auch die LAUSITZWELLE berichtete in ihrem Programm vom 26. Februar 2026:

Mit dem Beschluss liegt nun ein strategischer Fahrplan vor, wie die Wärmeversorgung bis 2045 schrittweise klimaneutral werden kann. Gemeinsam mit der Versorgungsbetriebe Hoyerswerda GmbH (VBH) arbeitet die Stadt an einem Konzept, das Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz zusammenführt. Insgesamt plant die VBH Investitionen von rund 70 Millionen Euro.

Die bisherige Fernwärme basierte maßgeblich auf Lieferungen aus dem Industriepark Schwarze Pumpe. Mit deren Auslaufen steht Hoyerswerda vor einer grundlegenden Neuaufstellung. Statt von einem externen Großstandort abhängig zu sein, soll die Wärme künftig stärker vor Ort erzeugt werden.

Ein erstes Schlüsselprojekt ist bereits weit fortgeschritten. Das bisherige Spitzenheizwerk im Industriegelände wird zum Grundlastheizwerk ausgebaut und soll künftig einen Großteil der Fernwärme liefern. Zunächst erfolgt der Betrieb auf Gasbasis als Übergangslösung. Perspektivisch sollen fossile Energieträger schrittweise durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden.

Geprüft werden unter anderem Großwärmepumpen, Solarthermie, Seethermie, industrielle Abwärmenutzung sowie moderne Speicherlösungen. Ziel ist ein flexibles System, das verschiedene Energiequellen kombiniert. Wie bei einem gut aufgestellten System verteilt sich die Wärmeversorgung künftig auf mehrere Bausteine statt auf einen einzigen Lieferanten.

Auch der Ausbau der Fernwärme wird weitergedacht. Neben der Neustadt sollen perspektivisch Teile der Altstadt stärker angebunden werden. Für Ortsteile werden individuelle Lösungen betrachtet.

Die beschlossene Wärmeplanung schafft damit Orientierung für die kommenden Jahre. Sie ist die Grundlage für Fördermittel und gibt Eigentümerinnen und Eigentümern eine klare Perspektive, wie sich die Wärmeversorgung in Hoyerswerda Schritt für Schritt verändern wird.