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Sorbische Perspektiven im Wandel: Auftaktgespräch mit der Landesbeauftragten

Wenn in Hoyerswerda über Wandel gesprochen wird, geht es längst nicht mehr nur um Strukturwandel, Energie oder neue Industrieprojekte. Auch kulturelle Entwicklungen prägen den Weg in die Zukunft und dazu gehört die sorbische Community fest dazu. Anfang November hat sich ein neues Kapitel dafür geöffnet: Das Auftaktgespräch der Beauftragten der Sächsischen Staatsregierung für Angelegenheiten der Sorben, Franziska Brech, mit den kommunalen Sorbenbeauftragten.

Am 6. November kamen erstmals Sorbenbeauftragte aus mehreren Kommunen und Institutionen zusammen, darunter auch die Vertreterin des Unternehmens TD Deutsche Klimakompressor GmbH aus Bernsdorf. In dieser Runde neu vertreten: Thomas Korch, der künftig die Belange des Landkreises Bautzen einbringt.

Eine Gruppe von sieben Personen steht auf einer sonnigen Terrasse vor der Kulisse historischer Gebäude. Alle stehen dicht beieinander und blicken lächelnd in die Kamera. Einige tragen Jacken oder Schals, andere leichtere Kleidung. Eine Person in der Mitte hält ein farbiges Objekt in den Händen. Die Stimmung wirkt freundlich und professionell.
V.l.n.r.: Thomas Korch (Landkreis Bautzen), Dr. Madlena Mahling (Leiterin der Geschäftsstelle sorbische Angelegenheiten SMWK), Caroline Miersch (TDDK), Franziska Brech, Diana Karbe (Hoyerswerda) und Kati Struck (Landkreis Görlitz)

So ein Auftakt lässt sich gut mit dem Moment vergleichen, in dem ein neues Projektteam zum ersten Mal gemeinsam an einem Tisch sitzt: Noch ist vieles offen, aber alle Beteiligten wissen, dass die Richtung stimmt. Die sorbische Kultur soll sichtbarer werden, besser vernetzt und stärker in regionale Entwicklungen eingebunden sein.

Hoyerswerda liegt im Herzen eines zweisprachigen Kulturraums. Die sorbische Sprache, Traditionen und die lebendige Vereinslandschaft gehören hier ganz selbstverständlich dazu und wirken zugleich als kulturelle Klammer in einer Zeit, die sich stark verändert.

Ein regelmäßiger Austausch auf Landes- und Kommunalebene kann mehrere Impulse setzen:

  • Stärkere Einbindung in regionale Entwicklungsprozesse
    Gerade im Strukturwandel spielen kulturelle Identität und Zusammenhalt eine wachsende Rolle. Sorbische Akteurinnen und Akteure können hier wichtige Perspektiven einbringen.
  • Mehr Sichtbarkeit im Alltag der Städte und Gemeinden
    Ob zweisprachige Projekte, Bildungsinitiativen oder kulturelle Veranstaltungen – abgestimmte Zusammenarbeit erleichtert Umsetzung und Förderung.
  • Neue Netzwerke zwischen Verwaltungen, Unternehmen und Kulturträgern
    Dass auch ein Industrieunternehmen wie die TD Deutsche Klimakompressor GmbH eine Sorbenbeauftragte stellt, zeigt: Sorbische Belange sind längst kein reines Verwaltungsthema mehr.

Wenn über Zukunft gesprochen wird, spielt die Frage „Wer sind wir als Region?“ eine entscheidende Rolle. Die sorbische Kultur ist ein Teil dieser Antwort. Im Strukturwandel entsteht Raum für neue Ideen: Wie sieht ein zweisprachiges Stadtmarketing aus? Welche Rolle können sorbische Themen in Bildung, Kulturprojekten oder interkultureller Kommunikation spielen? Und wie lassen sich Tradition und Innovation gemeinsam weiterentwickeln?

Das Auftaktgespräch legt dafür einen organisatorischen Grundstein. Die kommenden Treffen werden zeigen, welche konkreten Projekte daraus entstehen. Für Hoyerswerda ist diese Vernetzung ein Baustein im übergeordneten Ziel, Wandel nicht nur wirtschaftlich, sondern auch kulturell zukunftsfähig zu gestalten.