Die Wärmeversorgung der Zukunft wird auch in der Lausitz neu gedacht. Hoyerswerda arbeitet gemeinsam mit Weißwasser und Spremberg an der Transformation der Fernwärmeversorgung. Hintergrund ist der Kohleausstieg, der die bisherigen Versorgungsstrukturen grundlegend verändert. Ziel ist es, die Fernwärme in den drei Städten bis spätestens 2045 klimaneutral aufzustellen.
Die Lausitzwelle berichtete in ihrem Programm vom 4. März 2026:
Für die Planung arbeitet die Region mit dem Stuttgarter Ingenieurbüro Fichtner zusammen. In einer mehrstufigen Planungsphase werden mögliche Technologien untersucht, mit denen die Fernwärme künftig erzeugt werden kann. Dazu gehören unter anderem große Wärmepumpen, Solarthermie-Anlagen oder die Nutzung industrieller Abwärme. Statt auf eine einzelne Lösung zu setzen, wird ein Technologiemix angestrebt, der langfristig zuverlässig, wirtschaftlich und klimafreundlich funktionieren soll.
Obwohl die drei Städte gemeinsam planen, unterscheiden sich ihre Ausgangssituationen deutlich. Grund dafür sind unterschiedliche Laufzeiten der Fernwärmelieferverträge mit den Braunkohlekraftwerken der LEAG.
In Weißwasser ist der Zeitdruck besonders hoch. Die gesicherte Wärmeversorgung aus dem Kraftwerk endete bereits im April 2024. Seitdem erfolgt die Lieferung nur noch auf Basis einer Übergangsregelung. Um die Versorgung abzusichern, wurde kurzfristig ein neues Gaskraftwerk als Zwischenlösung errichtet.
In Hoyerswerda läuft die aktuelle Wärmeversorgung noch bis Ende 2027. Parallel dazu wird bereits an der zukünftigen Struktur gearbeitet. Das Spitzenheizwerk in Zeißig soll zu einem Grundlastheizwerk ausgebaut werden und künftig einen Großteil der Versorgung übernehmen. Zusätzlich ist vorgesehen, Solarthermie in Klein Neida in das System einzubinden. Auch eine Erweiterung des Fernwärmenetzes in Richtung Altstadt wird geprüft.
Spremberg verfügt derzeit über den längsten Planungshorizont. Dort wurde ein neuer Liefervertrag abgeschlossen, der die Fernwärmeversorgung aus dem Kraftwerk Schwarze Pumpe bis 2038 absichert. Dennoch plant auch Spremberg, den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu erhöhen und eigene Wärmeerzeugung aufzubauen.
Ein gemeinsamer Meilenstein für alle drei Städte ist der Abschluss der aktuellen Planungsphase. Bis Anfang 2027 sollen die Ergebnisse der technischen und wirtschaftlichen Untersuchungen vorliegen. Darauf aufbauend werden konkrete Projekte entwickelt, die die zukünftige Wärmeversorgung sichern.
Für Hoyerswerda ist die Fernwärme ein zentraler Bestandteil der Energieversorgung vieler Haushalte. Die laufende Planung zeigt, dass der Umbau der Energiesysteme nicht nur eine lokale Aufgabe ist, sondern zunehmend regional gedacht wird. Die Zusammenarbeit der drei Städte soll dabei helfen, Lösungen effizient zu entwickeln und neue Technologien wirtschaftlich umzusetzen.