Mitte September kamen Fachleute aus Sachsen und Brandenburg zum Austausch in Hoyerswerda zusammen. Ihre Frage ist auch zwei Wochen später aktuell: Für wen gestalten wir die Lausitz von morgen?
Neue Arbeitsplätze, starke Unternehmen und moderne Infrastruktur gehören zum Strukturwandel. Ob Menschen gern in der Region leben und bleiben, hängt aber auch davon ab, wie gut sich Arbeit, Familie und Alltag miteinander verbinden lassen. Darüber sprachen die Teilnehmenden am 15. September in Hoyerswerda.

Eingeladen hatte das Bündnis Gleichstellung Lausitz gemeinsam mit den Lausitzbeauftragten beider Länder, Dr. Klaus Freytag und Jörg Huntemann. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie der Strukturwandel allen Menschen gleichermaßen Chancen eröffnen kann.
Ein Thema war die Abwanderung junger Frauen zwischen 18 und 25 Jahren, etwa für eine Ausbildung oder ein Studium. Diskutiert wurde auch, welche Bereiche bei der Förderung des Strukturwandels berücksichtigt werden sollten. Nach Ansicht des Bündnisses gehören neben der Industrie ebenso soziale Angebote, Kultur und die Versorgung im Alltag dazu.
Ein Check für neue Projektideen
Das Bündnis übergab den beiden Lausitzbeauftragten einen „Gleichstellungs-Check“. Er soll schon bei der Entwicklung geförderter Projekte helfen, praktische Fragen zu stellen: Ist ein neuer Arbeitsort gut erreichbar? Lassen sich die entstehenden Tätigkeiten mit familiären Aufgaben vereinbaren? Können unterschiedliche Menschen die Angebote tatsächlich nutzen? Und wer wird an Planung und Entscheidungen beteiligt?
Der Gedanke dahinter: Ein Projekt bringt der Region besonders viel, wenn möglichst viele Menschen daran teilhaben können. Freytag und Huntemann sagten ihre Unterstützung für den Ansatz zu.
Für das Bündnis gab es beim Treffen noch einen weiteren Schritt: Nach eigenen Angaben kann es künftig in den Werkstätten der Wirtschaftsregion Lausitz mitwirken. Dort werden Projektideen für den Strukturwandel bewertet und für eine Förderung empfohlen.
Am 8. Oktober ist das Bündnis mit einem Stand bei der Präsentation der STARKen Projekte in Schwarzheide vertreten und wird u.a. den Gleichstellungs-Check vorstellen.
Das Bündnis Gleichstellung Lausitz ist ein Zusammenschluss von kommunalen Gleichstellungsbeauftragten und bringt seit 2021 Akteurinnen und Akteure aus Ostsachsen und Südbrandenburg zusammen. Eine seiner Sprecherinnen ist Korina Jenßen, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Hoyerswerda.