Am 28. November wurde auf dem Lausitzer Platz die Skulptur-Installation „Bergmann“ eingeweiht. Das Kunstwerk erinnert an die prägende Rolle der Berg- und Energiearbeiter für Hoyerswerda und die gesamte Lausitz und setzt zugleich ein sichtbares Zeichen für den strukturellen Wandel der Region.

Die Figur ist Teil der Idee künstlerisch gestalteter SkulpTOURen-Bänke, die die Stadt bereits seit mehreren Jahren begleitet. Erste Impulse kamen aus dem Marketingverein HOY e. V., der 2023 die erste Bank zum Motiv KRABAT/Schadowitz realisierte. Das Thema der Berg- und Energiearbeiter war von Beginn an Bestandteil der konzeptionellen Überlegungen.
Durch investive Mittel im Rahmen des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) konnte das vorbereitete Konzept schließlich als förderfähiges Kunstprojekt umgesetzt werden. Die Gesamtkosten liegen bei 90.000 Euro, davon werden 90 Prozent über das ZIZ-Programm gefördert. 10 Prozent trägt die Stadt.

Für die Umsetzung wurde 2024 eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung, Kulturinstitutionen, regionalen Kunstakteuren und Zeitzeugen gebildet. Über ein von der Landesverband Bildende Kunst Sachsen e. V. empfohlenes Verfahren entstand ein beschränkter künstlerischer Wettbewerb. Fünf Kunstschaffende reichten Entwürfe ein, die der Jury anonym vorlagen. Bewertet wurde anhand einer fachlichen Matrix, unter anderem nach kultureller Bedeutung, Originalität, emotionaler Wirkung, handwerklicher Qualität und ästhetischer Gestaltung. Der Entwurf „Bergmann“ des Berliner Künstlers Ubbo Enninga überzeugte in allen Kriterien und erhielt einstimmig den Zuschlag.

Die Installation besteht aus zwei Elementen. Im Zentrum steht die mannshohe Bronzefigur eines Bergarbeiters, der symbolisch aus seinen Arbeitsschuhen herausgetreten ist. Die Schuhe liegen seitlich neben ihm. Die Figur zeigt auf ein übergroßes Kohlebrikett, das als Granitbank gestaltet wurde und gleichzeitig nutzbares Sitzelement ist. Dieses Ensemble würdigt die Leistungen der Vergangenheit und verweist zugleich auf einen offenen Blick in die Zukunft – weder pessimistisch noch euphorisch, sondern fragend, aufmerksam und bereit für Veränderung.
Mit der neuen Skulptur-Installation „Bergmann“ erhält Hoyerswerda ein markantes Element, das ein wichtiges Kapitel der eigenen Geschichte künstlerisch sichtbar macht. Der Standort vor der Lausitzhalle, dem früheren Haus der Berg- und Energiearbeiter, verstärkt diese historische Verbindung und macht gleichzeitig deutlich, wie eng Identität, Erinnerung und Wandel miteinander verwoben sind.

Unser Morgen wird geformt durch unser Handeln im Heute und unseren Umgang mit dem Gestern.
Die neue Installation greift genau diese Haltung auf: Sie ehrt das, was war, und öffnet zugleich den Raum für das, was werden kann.