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DDR-Formsteinwand im WK VI: Zwischen Erinnerung und Neugestaltung

Formsteinwände sind ein markantes Relikt der DDR-Architektur.  Funktional, dekorativ und oft unterschätzt, denn diese sogenannten durchbruchplastischen Fassaden erfüllten mehrere Aufgaben zugleich: Sie dienten als Sichtschutz, gliederten Räume und verliehen öffentlichen Plätzen eine eigene gestalterische Identität. Heute werden sie zunehmend als Teil der Ostmoderne neu entdeckt.

Ein bekanntes Beispiel befindet sich in der Hoyerswerdaer Neustadt im Wohnkomplex VI. Dort steht eine Formsteinwand am einstigen Busbahnhof. Das gesamte Areal ist über die Jahre in die Jahre gekommen, seine ursprüngliche Funktion längst verloren. Wo einst Busse ankamen und abfuhren, herrschte zuletzt eher Stillstand.

Doch nun beginnt ein neues Kapitel. Die Abrissarbeiten auf dem Gelände haben bereits begonnen und Mitte Mai startet die umfassende Neugestaltung. Statt grauer Tristesse wird eine aufgewertete Grünfläche mit einem klaren gestalterischen Konzept entstehen. Im Zentrum dieser neuen Anlage bleibt die Formsteinwand erhalten. Sie wird nicht nur bewahrt, sondern bewusst als Blickfang in Szene gesetzt. Diese Entscheidung ist ein Zeichen für den veränderten Blick auf die Architektur der DDR. Was einst als rein funktional galt, wird heute als kulturelles Erbe verstanden.

Ein modernes Detail ergänzt die historische Substanz: Ein QR-Code, der voraussichtlich direkt an der Mauer angebracht wird, soll Hintergrundinformationen liefern. So verbindet sich Vergangenheit mit Gegenwart und macht Geschichte auf einfache Weise zugänglich. Die Entwicklung in Hoyerswerda zeigt, wie behutsame Transformation gelingen kann. Alte Strukturen werden nicht einfach entfernt, sondern in neue Kontexte eingebettet. Die Formsteinwand bleibt als Erinnerung, als Gestaltungselement und als Brücke zwischen den Zeiten.

Zahlen und Fakten

Träger                         Stadt Hoyerswerda

Gesamtkosten             ca. 230.000,00 EUR

Umsetzung                  April bis Juni 2026

Förderung                   90 % Förderung über das KfW-Programm „Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“  

                                   10 % Eigenanteil durch die Stadt Hoyerswerda